Im Laufe eines Bewerbungsverfahrens stellt meist jemand die Frage nach der Gehaltsvorstellung. Spätestens beim Vorstellungsgespräch sollte man diese Frage beantworten können.
Doch die meisten Bewerber scheuen sich davor, hier eine genaue Zahl zu nennen. Geld zählt in Deutschland leider immer noch zu den Tabuthemen. Oft werden die genauen Gehälter nicht einmal unter guten Freunden verglichen. Unter Kollegen gehört die Frage nach dem Einkommen erst recht zu den Details, die nicht verraten werden: Sehr zum Leidwesen der Bewerber in einer Firma oder bei Gehaltsverhandlungen.
Wenn nicht einmal gute Freunde unter den bisherigen Kollegen verraten, wie viel sie für ihre Arbeit erhalten, woher soll man dann eine realistische Gehaltsvorstellung erlangen? Zumal die Gehaltsvorstellung auch nicht mit einer Gehaltsforderung zu verwechseln ist. Bei einem Vorstellungsgespräch kann es fatal sein, eine falsche Gehaltsvorstellung kundzutun. Unabhängig davon, ob die Gehaltsvorstellung zu hoch oder zu niedrig ist, wird dem Bewerber gerne ein unzureichendes Interesse an der Arbeitsstelle zugeschrieben. Doch auch, wenn jemand schon viele Jahre in seinem Beruf ist, kann es zu einem Problem werden, wenn man nach einer gerechten Gehaltserhöhung fragt. Unterliegt man hier den falschen Vorstellungen, bleibt man möglicherweise ständig unter dem, was einem zustehen würde.
